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Beichte

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Beichte Artikel

Die Beichte ist das mündliche Eingeständnis einer schuldhaften Verfehlung, gewöhnlich während eines Gesprächs unter vier Augen mit einem Beichtvater. Die Beichte kann in verschiedenen Formen bei vielen Religionen und auch in dem Alltag abgelegt werden. Es handelt sich dabei um eine Art von Aufarbeitung von belastender Vergangenheit.

In christlichen Kirchen unterscheidet sich die Beichte dadurch von anderen Seelsorgegesprächen, dass sie auf eine formelle Sündenvergebung hinzielt, gewöhnlich mit den Worten Deine Sünden sind dir vergeben oder Ich spreche dich los von deinen Sünden.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Allein gegen die Seelenfänger. Mein Kampf gegen die Psychosekte Ein selbstgeschaffenes Paradies auf Erden wird zur Hölle Als Kind kommt die Autorin zu einer Gruppe mit hohen Idealen und fantastischen Ideen. Die Mitglieder sind so begeistert, dass sie bereit sind alles loszulassen und zu verkaufen. Sie geben sich völlig hin, einschliesslich ihres Körpers und wollen gemeinsam ein Paradies auf Erden schaffen....

Geschichte

Die Beichte entwickelte sich neben dem öffentlichen Sündenbekenntnis in der frühen Kirche als Privatbeichte, die häufig bei Einsiedlern oder Mönchen stattfand, die sehr differenziert auf den Einzelnen eingehen konnten.

Etwa vom 9. Jahrhundert an wurde diese Form der Beichte eine feste kirchliche Institution, die in der katholischen und orthodoxen Kirche zu den sieben Sakramenten gezählt wird.

Buch-Tipp: Als die Religion noch nicht langweilig war. Die Geschichte der Wüstenväter. Was haben Steuerflüchtlinge mit dem Christentum zu tun? Durch diese und andere kulturgeschichtliche Fragen hat Zander meine Sicht der Frühkirche entscheidend verändert.

Orthodoxe Kirche

Die orthodoxe Kirche praktiziert die regelmäßige Beichte und zählt sie zu den Sakramenten. Die meisten Orthodoxen sehen eine kürzlich abgelegte Beichte als Voraussetzung für den Empfang der Eucharistie an; einige der strikteren Kirchen geben die Eucharistie ausdrücklich ca. an Gläubige aus, die am Vorabend gebeichtet haben.

Die Beichte wird nach orthodoxem Verständnis an Christus/Gott abgelegt, in Besein eines Priesters; nicht umgekehrt. Beichtstühle sind nicht üblich, gewöhnlich wird sich der Beichtende in einem Privatraum seines Beichtvaters einer Christus-Ikone zuwenden und so seine Beichte ablegen, wobei der daneben kniende Priester durch Gebete und Fragen helfen soll.

Viele Orthodoxe ziehen es vor, einen anderen Priester als den ihrer Ortsgemeinde als Beichtvater aufzusuchen; dabei soll der Beichtvater aber nicht von Beichte zu Beichte gewechselt werden. Wenn es ein Kloster in der Nähe gibt, werden sich viele auch an einen Mönch als Beichtvater wenden. Da die meisten orthodoxen Mönche keine geweihten Priester sind, wird der Mönch in diesem Fall zu dem Abschluss einen ihm bekannten Priester hinzuholen, der dann die Lossprechung vollzieht.

Die altchristliche Form der Beichte vor der ganzen Gemeinde wird heute ca. noch selten geübt; jedoch ab und zu noch in dem Falle von Erwachsenentaufen, wenn der Täufling es wünscht.

Buch-Tipp: Auf dem Jakobsweg. Tagebuch einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela. sehr interessant zu lesen! zwar nicht eines seiner besten bücher aber doch interessant. zwischendrin stets wieder übungen die man mitmachen kann.

Katholische Kirche

Buch-Tipp: Autobiographie eines Yogi Wunderschön ! Dieses Buch hat in mein Leben eingeschlagen! Vorallem deswegen weil die Worte Yoganadas für mich nicht lernen sondern eher erinnern waren. Vieles war aber auch sehr neu und absolut bereichernd. Dieses Werk beschreibt eine eigene Welt, eine tiefere Realität und andere Sicht der Realität. Einfach eine andere Stufe der Wahrnehmung....

Voraussetzungen

In der katholischen Kirche versteht man unter Beichte entweder das Sündenbekenntnis als solches oder den GesamtAblauf der Spendung des Bußsakramentes. Für die gültige Beichte müssen fünf Voraussetzungen gegeben sein: Gewissenserforschung, Reue, guter Vorsatz, Bekenntnis und Wiedergutmachung.

  • Die Gewissenserforschung Absichtt vor der eigentlichen Beichte darauf ab, sich der Sünden und ihrer Umstände bewusst zu werden.
  • Die Reue ist der wichtigste Teil der Beichte. Man unterscheidet zwischen der vollkommenen Reue (aus Liebe zu Gott) und der unvollkommene Reue (aus dem Wunsch nachdem Himmel oder aus Angst vor der Verdammnis), beide sind in Verbindung mit der Beichte hinreichend für die Vergebung der Sünden.
  • Der gute Vorsatz muss darin bestehen, in Zukunft alle schweren Sünden zu meiden.
  • Für eine gültige Beichte ist das Bekenntnis aller schweren Sünden (auch Todsünden) nötig, deren man sich seit der Taufe erinnert und die noch nicht durch eine sakramentale Beichte vergeben worden sind. Eine Sünde ist dann schwer, wenn ein Gebot Gottes in einer wichtigen Sache, mit klarem Bewusstsein und in freier Entschiedenheit übertreten worden ist. Es wird auch geraten, weniger schwere, so genannte lässliche Sünden zu bekennen.
  • Die Wiedergutmachung besteht zu dem einen darin, begangenes Unrecht soweit irgend möglich zu begleichen, beispielsweise muss Gestohlenes zurückgegeben werden. Zu dem anderen soll die Bußleistung in dem Gebet helfen, die Folgen der Schuld in Solidarität mit der Kirche abzutragen.

Somit dürfen Pönitenten bei folgenden Kriterien nicht beichten:

  • Wer keine Reue über seine Sünden empfindet.
  • Wer die nächste Sünde nicht meiden will, oder die Gelegenheiten zur Sünde.
  • Wer seinen Feinden nicht verzeiht, fremde Ehre nicht wiederherstellt oder anderes Unrecht nicht begleicht, obwohl er es könnte.
Buch-Tipp: Bibel in gerechter Sprache Der Dorn, der die Gewohnheit stört. Selbst den ordinierten Theologen, zu denen auch ich gehöre, passiert es in dem Laufe der Jahre viel zu oft, daß sie aus der Gewohnheit heraus an einer einzigen Bibelübersetzung "kleben bleiben" und ca. noch diese für die tägliche Arbeit benutzen. Ich kenne leider keine Zahlen, aber mit ein wenig Kenntnis der...

Lossprechung

Wesentlich bei der Beichte ist die sakramentale Absolution (Lossprechung), die in der katholischen Kirche ca. durch einen geweihten Priester in Gegenwart des Pönitenten (d.h. des Beichtenden) erteilt werden kann (Telefonbeichte und Internet-Beichte sind nicht erlaubt). Einige Sünden, welche mit einer dem Apostolischen Stuhl reservierten Exkommunikation verbunden sind, können ca. nach Rückfrage (Rekurs) des Beichtvaters beim zuständigen hierarchischen Vorgesetzten losgesprochen werden. In dem Fall der Abtreibung haben gemäß Beschluss der Österreichischen und Deutschen Bischofskonferenz alle Beichtväter die Vollmacht zur Absolution auch von der damit verbundenen Exkommunikation. Die Lossprechungsformel lautet: Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich Dich los von Deinen Sünden in dem Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der Pönitent antwortet mit "Amen".Auch in der katholischen Kirche gibt es neben dem Bußsakrament die nichtsakramentale Laienbeichte.

Buch-Tipp: Bienzle und die letzte Beichte. Sieben Jahre - Sieben Morde !? Textauszug: *Der Weg war schmal und tief ausgetreten. Schlehenbüsche drängten von links und rechts herein. Man musste ihnen behutsam ausweichen. Ihre spitzen Stacheln verhakten sich ca. allzu leicht in den Kleidern. Paul Autenrieth ging mit schnellen, festen Schritten und hatte seinen Blick auf das hellbraune Band...

Evangelische Kirche

Martin Luther wandte sich zwar energisch gegen jede persönliche Leistung zur Sündenvergebung (sämtliche Sünden beichten, Ablass, etc.), befürwortete aber die persönliche Beichte. Er beichtete selbst regelmäßig, in schwierigen Zeiten sogar täglich.

In vielen evangelischen Kirchen ist ein Sündenbekenntnis mit Zuspruch der göttlichen Vergebung Teil der Abendmahlsliturgie - die Einzelbeichte ist ca. ein seelsorgerliches Angebot.

Auch in evangelikalen Gruppen gibt es häufig eine Art Beichte in Form eines Sündenbekenntnisses vor einem Seelsorger, der die Vergebung zuspricht, ab und zu anlässlich der Bekehrung, mancherorts auch als regelmäßige spirituelle Praktik. Dieser Seelsorger muss jedoch kein Geistlicher sein. (Laienbeichte)

Buch-Tipp: Das Geheimnis des Priesters. Fesselnde Unterhaltung Dieses Buch bietet spannende Unterhaltung und lässt einen bis zu dem Schluss nicht los. Dabei werden zwei Handlungsstränge erzählt - zu dem einen das Leben dreier unterschiedlicher Schwestern in der heutigen Zeit, zu dem anderen die dramatische Geschichte um ein junges Ehepaar in dem 19. Jahrhundert. Beide Geschichten sind fesselnd...

Beichtgeheimnis

In allen Kirchen kennt man das Beichtgeheimnis : der Beichtvater ist zu strengster Verschwiegenheit verpflichtet über alles, was in der Beichte zur Sprache kam; auch gegenüber sämtlichen staatlichen Stellen. Er darf auch niemanden auf eine frühere Beichte ansprechen. Wenn er in der Beichte von einem schweren Verbrechen erfährt, wird er den Beichtenden normalerweise auffordern, sich zu stellen, und dies sogar eventuell zu einer Voraussetzung für die Lossprechung machen; die Entscheidung bleibt aber beim Beichtenden. In den meisten Staaten ist das Beichtgeheimnis auch staatlicherseits voll anerkannt, sodass zu dem Beispiel ein Lauschangriff auf einen Beichtstuhl strikt verboten ist.

Buch-Tipp: Die Jakobus-Papiere meisterhaft! Mit Spannung habe ich nach der Ankündigung auf dieses Buch vom Altmeister Wallace gewartet und wurde nicht enttäuscht. Irving Wallace, der ja auch als König der Faktenrecherche bekannt ist, hat mit diesem Buch eine extrem spannende fiktive Verschwörungsgeschichte vorgelegt, die an Glaubhaftigkeit so ziemlich alles in den Schatten...

Beichtspiegel

Ein Beichtspiegel ist eine Liste möglicher Sünden, häufig anhand der zehn Gebote, zur Hilfe als Vorbereitung auf die Beichte.

Buch-Tipp: Die Kirche im Kopf. Von "Ach, Herrje!" bis "Zum Teufel!" Sehr vergnüglich Ein sehr vergnügliches Buch. Ideal als Nachtkästchenlektüre, da man das Ganze sehr gut peu à peu und querbeet lesen kann. Das Buch eignet sich vorzüglich auch als Geschenk zu Firmung oder Konfirmation.

Siehe auch

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